copyright: eva-des ist diese elendige suche nach sinn, die mich vom wesentlichen abhält.

malerei, für mich, ensteht in spontaneität. unschuld, sie ist keines urteils schuldig. malerei ist SPIEL.

ich denke, jeder sinn, jedes in worte gepackte anliegen, ist als solches schon begrenzt und widerspricht damit der kunst. kunst ist keine aufklärung, kunst ist verdunkelung, der einstieg in die nacht des unwissens, jenseits von schon erfahrenem. sein im moment, immer wieder neu.

das sein braucht keine aufklärung, sein ist als solches klar. nur der geist und die bedeutung bringen den nebel.

und dennoch, ich liebe den nebel. er hat keine prätention, er birgt das unwissen und das ungewissen in sich. ich fühle mich dort geborgen.

wie oft, und manchmal verzweifelt, versuche ich beim malen dem ratio, der sinnsuche, zu entkommen.

kunst ist kein gesellschaftsprogramm. dort, im zusammenleben, muss es zu klaren regeln kommen. hier gilt der kompromiss. nur jener gewährt eine, nenne ich es, “erleichternde harmonie”.

malerei aber ist der weg zu mir. konsequent und ausschliesslich.

und ganz manchmal, da gibt es treffen. wenn ich mit meiner malerei eine andere seele berühre. das ist dann gnade und lässt mich für einen moment meinem alleinsein entschlüpfen, oder auch, gerade dort um so mehr hinkommen.

malerei ist widerspruch, weder ja noch nein, malerei IST.

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kreation hat für mich etwas mit konzentration, also reduktion zu tun.

das völlige insichgehen und auch reduzieren der äusseren informationsflüsse.

es gibt für mich die zeiten der informations- und verstehenssuche. was ist die welt? was ist materie, der mensch, der geist, ist das herz mehr als eine blosse pumpe, die mühsam blut durch die venen schleusst? ich sehe dokumentarfilme, höre vorträge, lese und sammle. ich will wissen, mein intellekt brennt, eine rastlose und inspirierende sinnsuche. das sind zeiten der nervösen freude und aufgeregtheit.

in zeiten der kreation aber schotte ich mich ab. das neuerworbene wissen erfüllt mich dann, und ich habe das gefühl, es muss jetzt ein teil meiner, also ein teil meines körpers und seins werden. ich versuche dann, nicht mehr zu denken, sondern eine andere form von intelligenz agieren zu lassen. das ist eine sehr ruhige zeit. wahrscheinlich würde es der yogi meditation nennen.

wirkliches spüren und fühlen ist für mich einzig in der stille machbar.

ich glaube, kreation ist nur in geistiger stille und wissendem unwissen möglich, da sie per se jenseits des schon gedachten liegt.

wie sonst dem wort und dem gedanken entkommen, wenn nicht in intellektueller leere.

es ist der seiltänzer. das band, auf dem er tanzt, es verbindet ihn mit dem leben. die leere, die ihn umgibt ist in jedem moment präsent. sie bedeutet absturz und tod, sollte er das gleichgewicht verlieren. und gerade in dieser spannung zwischen leben und tod spielt die intensität, die ich kreation nenne. es ist ein raum jenseits von leben und tod, es ist…. ich weiss nicht genau, was es ist, aber es der moment der unendlichkeit, das alles.

copyright: eva-d“… weil es die schönheit ist, durch die man zur freiheit wandert.”

friedrich schiller in seinen briefen über die ästhetische erziehung des menschen: so lange ich denken kann, ist das mein lieblingszitat.

schönheit, freiheit und wandern.

freiheit, dieser vielumwobene begriff.

schönheit, genauso mythentragend.

wandern, in meinen assoziationen beschreibt das eine tätigkeit, ein schreiten auf ein ungewisses ziel hinzu, geprägt von eindrücken intensiv gelebter zeit ohne haus und habe. ich könnte es auch nennen eine reise im eigentlichen jenseits von kodierungen und verfestigten vorstellungen.

es fällt mir so schwer, in dieser zeit gefüllt von unrecht und unfreiheiten den begriff schönheit der freiheit anheim zu stellen. es scheint mir eine blasphemie, und gerade dieses innere sträuben zeigt mir, wie politisch das zitat ist und wie radikal die “schönheit”.

schönheit bedeutet für mich leben dort wo es frei von ideologien und eindeutigkeiten ist. der raum, wo gefühle ihre daseinsberechtigung haben und erfahren werden jenseits von gut und böse.

schönheit wird mit kunst assoziiert, und ich verstehe das. in der kunst erfährt, erwandert man das experiment freiheit. es handelt sich in der kunst um kein gesellschaftliches konzept, das versucht möglichst vielen in ihrem wunsch nach einem erfüllten würdigen leben gerecht zu werden, sondern die kunst ist ein ganz singuläres erlebnis, für den betrachter genauso wie für den künstler.

vielleicht ist die freiheit als politikum eine wunderbare utopie, zu der es zu streben gilt.

die freiheit als singuläres erfahren ist jedoch gewiss real und machbar.

copy right: ethnologisches museum, berlin-dahlemmeiner kunstgeschichten neunter teil

im ethnologischen museum, berlin-dahlem.

ich phantasiere:

lazy bum, hedonistischer freund. die arme von sich gestreckt, die augen geschlossen, ein selbstloses sich der lust ergeben. lust an der freude, lust am schmerz, lust am erleiden, die lust, dem schicksal willenlos zu erliegen.

geschehen lassen: ein zweischneidiges schwert, das hier durch die anwesenheit der zwei vögel symbolisiert wird. während der eine vogel fürsorglich liebend die brust zu berühren scheint, saugt der andere in voller gier und freude die letzte energie aus dem betroffenen.

lazy bum liegt faul und platt am boden. heute froh, morgen traurig, wie der wind weht. lazy bum flattert durch winde und treibt von ufer zu ufer, bewusstlos und aufgegeben.

copyright: eva-dreisen.

die seele macht eine reise im physischen. der körper, das vehicule, das durch die hiesigen welten fährt. jeder gedanke sehnt sich nach dem physischen, so wie mein gefühl im strich seinen sinnlichen ausdruck bekommt.

malerei findet. erfindet.

nie gesehene welten, gefühlte utopie.

es gibt so viele ausgangspunkte.

picasso schreibt, er sucht nicht, er findet.

ich kann das so gut nachempfinden.

ich habe alles in mir, doch erst die farbe und die striche ermöglichen mir, dem flauen sumpf des un(ge)wissen eine klare form zu geben.

wieviele körper kann ein maler gebähren. es ist unendlich.

die kanaren. der klare sternenhimmel.

niemals werde ich alle sterne zählen zu können, geschweige denn, sie kennen.

jedes neue bild ist ein teil in meinem himmel. diese unendliche schöpferkraft zeigt mir die endlichkeit des lebens auf.

copyright: eva-d

innerer frieden, wenn die frequenzen im einklang schwingen, ist eine theorie, in der kunst ist es ein gespür. die harmonie in der disharmonie, das stehenlassen im unfertigen, dieser hauch der freiheit auf festem fundament. eben, weil eine richtung gegeben ist. die leerstelle ist der atem, den das volle zum leben braucht. yin und yang, ein ewiges pendeln. kommt es zum stillstand, ist öde.

nicht jedoch tod, denn er, der erbrachte strich, schon vorbei, ist genau das leben, weil gerade dieser strich den impuls zum weiter, dem morgen, gibt. das jetzt: das auf-geregte sein, die friedliche regung, zwischen beidem.

wo gibt es so einen materialisierten ausdruck zwischen leben und tod, zwischen körper und idee, taktilem und geist wie in der bildenden kunst?

diese sinnlichkeit, ja, ich kann ein kunstwerk berühren, riechen.

ich liebe die malerei, auch wenn sie mich zum wahnsinn treibt. immer wieder der wunsch, leben zu erwecken. das ständige spielen zwischen den zeiten. ist der strich gemacht, so scheint er schon von gestern, und gleichzeitig eröffnet er das tor zum morgen, lässt hoffnungen und wünsche tanzen, gräbt in erinnerungen, und ist beim betrachten doch vollkommen eine meditation im jetzt.

 

copyright: eva-dkomisario.

teufelsaustreiber. der harte weg. geh. begegne ihm, dem teufel. heul. schrei. lass ihn dir ganz nah kommen. umarm ihn. dring in ihn ein. tiefer im müll, in der schwarzen sauce. du durchnistest das letzte gewölbe. schrei. wild. aber spass soll es machen.

du spannst die fäden von weitem.

komisario.

führung.

immer habe ich die führung gescheut.

du bist der dirigent.

copyright: eva-dsagenumwoben ganz in meiner eigenen geschichte. mein drama. wer weiss, ob du existierst.

tu ich das für die lytis?

woher kommt der drang?

brahms. immer wieder brahms. ging jener des nachst in übercodierte abenteuer? warum suchte dieser die tabubeschwängerte overdosis ganz dieselbe negierend?

was ist kunst?

copyright: eva-ddie frage matert meinen kopf. komisario insistiert. immer wieder. er lässt nie los. beständigkeit im ständigen nervenzusammenbruch. 

komisario ist ein perfektionist. soviel habe ich erfahren können. er treibt. er liebt den schweiss. chinese factory: rückmeldungen, die ich bekomme. komisario. was treibt dich an?

komisario, deine forderungen sind nicht leicht.

no_i_am88geben ist silber.

nehmen ist gold.

wenn ich beginne, ein neues bild zu malen, ist dort eine ganz zarte idee in mir. eine flüchtige farbvorstellung, eine vage form, ein kribbeln in meiner rechten hand, das sich zu einem zittern steigert.

das ist mein gepäck, das ich mitbringe. meine gabe.

einmal über dem papier beginnt das nehmen. ich nehme die impulse auf, die mein körper in seiner geste ausdrückt, die farbe, die sich über dem blatt verteilt. formen entstehen, auf die ich reagiere.

nicht ich gebe dem leben, das leben gibt mir. ich nehme.

so ist die malerei.

im geben steckt auch immer ein moment der kontrolle. ICH bestimme, was ich gebe, MEIN bewusstsein bestimmt.

im nehmen liegt die völlige akzeptanz, ein wirkliches willkommenheissen.

die menschen brachten den göttern opfer, um sie wohlzustimmen.

es lag nun in der götter hand, ob sie die opfergaben annahmen und damit auch die wünsche und bitten, die durch sie erfüllung suchten oder ob sie sie verschmähten und die tür verschlossen blieb.

copyright: eva-dich will mich immer selbst übersteigern.

der guru sagt, es ginge um die suche nach sich selbst, die stille, die mich bewohnt.

der weg zur stille schreit. alles wird vertrieben, ein waldbrand bei dem selbst dem knorrigen torf die pflaster schmelzen.

trance. die bässe beben, das zerren, das wollen, trampeln, fluten von begierden.

there is no map to paradise.

copyright: eva-dhumor und kunst.

das ist eine zweischneidige sache.

zweischneidig, weil der humor immer von der sache entfernt, einen aussenblickk gibt. distanz.

auf der anderen seite erlaubt gerade der humor, in die geschichten anderer einzusteigen. frei und ohne jeglichen moralischen druck. heiter. fliegend.

die götter lachen, wenn sie an uns denken. sie lachen uns nicht aus. sie spornen uns an. weil lachen das tor zur weisheit bedeutet. altlasten fallen. der erden dramen nur noch in form von säuselnden schatten haftend, wie die weissen flügel an einer butterblume hängen, immer bereit, sich widerstandslos zu lösen und in den hafen des werdens zu schweben.

nur ein hauch. und sie sind fort.

es soll nicht ein tag vergehen, an dem nicht einmal gelacht wurde. nietzsche.

nicht das mitleiden öffnet türen.

das lachen bricht deiche.

kein halt. treiben. lassen. keine angst vor fluten und fällen.

schönheit pur, weil freiheit erlebend.