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für mich ist die malerei da spannend, wo sie auch die schatten preisgibt.
diese schatten zu entlocken, das ist eine grosse herausforderung für mich.
noch immer schwebt in meinem kopf das vermeintlich schöne.
sensibel möchte ich sein, leicht, strahlend.
die tiefen aber, den impuls vollkommend spürend, nicht urteilen, sondern einfach malen, das bringt mich an meine grenzen.
am besten ist es, im fluss zu bleiben.
für mich ist der beste weg, es mir zu einer täglichen disziplin zu machen.
erschöpfend… schöpfend ist in diesem wort.
grenzen bringen mich an meine grenzen. das sagt das wort.
die gedanken auszuschalten, das ist ein versuch.
ich liebe die malerei. sie ist der direkte spiegel meiner… und scheint doch so weit entfernt.
es stimmt, ganz ehrlich gesprochen, ich bin immer wieder erstaunt. ich sehe mich so ganz anders.
und aber JA, ich bin erfreut.
ich bin mehr als mein gedanke.
vielleicht.

was sind worte?

was ist phantasie?

erfindung, er-findung.

es hat mit finden zu tun.

ist eine bildliche phantasie, also erfindung, jenseits des wortes möglich?

wird nicht jedes bildliche erfassen sofort in worte gefasst und sogleich danach in eine empfindung übersetzt?

ich würde gern wissen: was kam zuerst, das wort oder das gefühl.

‚am anfang war das wort.‘

und gerade dem wort ist es so schwer zu entfliehen. es scheint so vollgeschwängert mit trunken schwankendem ballast.

ist eine welt ohne worte, also bedeutungen vorstellbar?

copyright: eva-dreisen.

die seele macht eine reise im physischen. der körper, das vehicule, das durch die hiesigen welten fährt. jeder gedanke sehnt sich nach dem physischen, so wie mein gefühl im strich seinen sinnlichen ausdruck bekommt.

malerei findet. erfindet.

nie gesehene welten, gefühlte utopie.

es gibt so viele ausgangspunkte.

picasso schreibt, er sucht nicht, er findet.

ich kann das so gut nachempfinden.

ich habe alles in mir, doch erst die farbe und die striche ermöglichen mir, dem flauen sumpf des un(ge)wissen eine klare form zu geben.

wieviele körper kann ein maler gebähren. es ist unendlich.

die kanaren. der klare sternenhimmel.

niemals werde ich alle sterne zählen zu können, geschweige denn, sie kennen.

jedes neue bild ist ein teil in meinem himmel. diese unendliche schöpferkraft zeigt mir die endlichkeit des lebens auf.

copyright: eva-dich frage mich, warum suchen maler mit beginn der moderne so verkopfte konzepte. oder präziser, spätestens seit dem 20. jahrhundert. oder auch erst seit den 50-ern, nachdem der teufel über die welt gejagt ist? horror. terror. die tiefsten zeiten, die unsere welt je erlitten hat, jedenfalls, was unsere erinnerung betrifft.

diese riesen angst vor der emotion – das resultat?

copyright: eva-dund schon kommt mir auch wieder der zweifel. das mittelalter. all die allusionen, symboliken, christus geschichte, und vor allem: das leid. die hölle, ja, hier darf die phantasie ihren lauf nehmen. es wird gefoltert, gequält, horror in farbigsten formen.

copyright: eva-ddas sind meine eindrücke. verallgemeinerungen. bestimmt.

doch, was ist malerei?

gibt sie einen sinn? ich meine einen in worten formulierbaren?

copyright: eva-ddie musik ist so wunderbar sinnentfernt, scheint es.

sie ist emotion. pur.

copyright: eva-dliebe. glück. tragik. trauer. schrei. aber moral? nein, das braucht sie nicht.

das kann sie nicht, werden einige sagen. sie ist ja “nichts”. nichts konkretes, meine ich. meinen sie. wahrscheinlich.

ja, und gerade da ist ihre chance.

copyright: eva-dich möchte malen, als sei es musik.

emotion pur.

das auge ist analytisch. so sind wir verhaftet am wissen wollen. das ist ihre saure versuchung, der malerei’s bitterer apfel.

wie komme ich raus aus dem verstehen-wollen und hin zum einfachen fühlen?

musik: töne. geräusche.

die ersten eindrücke in unserem leben. im mutterleib. unsere augen sind verschlossen. doch wir HÖREN. der rhythmus des herzens. emotion. der schnelle atem bei angst. der entspannte bei wohlbefinden.

wie schaffen wir es, das auge des (rationalen) sinns zu entleeren und schlicht zu fühlen?

heute bin ich sehr glücklich.

copyright: eva-dich bin verliebt in das leben und das verbindet mich mit der ganzen welt.

und gerade diese liebe möchte ich in meinen bildern wiedergeben. so kitschig das klingt.

liebe schafft verbindungen. und malerei, kunst, ist verbindung.

das, und nur das, interessiert mich.

verbindung.