anfang der 2000-er. nachricht an agent008: komisario x-bin, dubai.

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komisario schreibt aus einem hotel, dessen personal ausschliesslich indisch ist, die kommunikation mit ihnen gestaltet sich schwierig, englischkenntnisse sind kaum vorhanden.

komisario telefoniert, sein computer läuft. von ihm unbemerkt schaltet sich der bildschirmschoner ein,  bilder meiner notizen zur mission: what-is-art, skizzenbucheinträge bespielen den schirm.

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hotelangestellte, immer mehr, umzingeln komisario. buy, buy, we want buy program.

dies ist kein programm, so komisario, das sind photos, aber er würde sie ihnen gern auf eine cd brennen und schenken, wenn sie möchten.

die angestellten starren weiter wie hypnotisiert auf den bildschirm, amüsiert, erstaunt, aufgeregt.

so berichtet mir komisario in seinem mail.

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die nachricht lässt mein herz hüpfen. ich spüre: das ist eins meiner berührendsten erfolge, als da wäre:

eine berlinerin macht notizen, die ein norwegisch schwedischer franzose in einem indischen hotel in dubai unbeabsichtigt zur schau stellt. so viele unterschiede zwischen kulturen, sprachen, sozialem background, und trotzdem, die bilder wirken und bewegen.

ich freue mich sehr. wieder zeigt sich mir die kraft von kunst: identität spielt in der kunst keine rolle, es gibt auch keine grenzen, allein was zählt, das ist das herz.

 

 

 

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also, ich liebe die malerei.

sie ist ein medium, dass einem glasklar das eigene wesen spiegelt. die unzulänglichkeit, die genialität, die malerei kennt kein tabu, keine höflichkeit.

zwing mch nicht, schreit sie mir entgegen.

du suchst?

nun preist sie sich an wie auf dem marktplatz, ganz laut, schrill, dann wieder wispernd leise: hier, herein marschiert in die höhle deiner begierde: hier ist sie, die freiheit, die du suchst.

der eintritt? nur das eine, lass deinen willen vor der tür.

ein zu hoher preis, entgegnete ich.

ich kämpfe. ich will rein.

ich flirte, ich zeige mich anständig und gewissenhaft, ich bin doch da, ich TUE etwas, bitte, lass mich nun herein.

HEUTE nicht, sagt sie. hier gibt es einen dresscode.

sei nackt, verspielt, verletzlich, zart und wild, schrei, singe, tanze, aber bitte, das ruestzeug WILLE…. das ist hier fehl am platz.

so sei es.

zu aufgeregt, zu sehr will ich. ja, ich lechze nach dem gelungenen bild, der freiheit quintessenz, und gerade darum, scheu wie eine geliebte, entzieht sie sich, sofort.

sie will nicht erobert werden, geliebt will sie sein. nur das.

und ausschliesslich das.