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wagen zu träumen, das bedeutet malerei und kunst im weitesten sinne für mich.

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in politischen diskussionen gehen die welten der “träumer” und der “realisten” weit auseinander.

es heisst bei “realisten”: lerne aus der vergangenheit. was immer schon so war, das wird wieder so kommen, auch wenn gerade dies angesichts der grausamen momente der geschichte zu vermeiden versucht wird. ein paradox in sich. gefangen im hamsterrad des grauens wird krieg mit krieg beantwortet. die aufrüstungs- oder sei es verteidigungsmaschinerie macht milliarden.

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der künstlerische akt hingegen bezeugt, dass in jedem moment, und immer wieder neu, verändertes bewusstsein auf das blatt kommen kann.

beim malen habe ich kein bewusst analytisches lernen aus dem gestern, sofern ich mich auf den weg der erkenntnis begebe.

mit er-kennen meine ich, immer wieder andere möglichkeiten und potentiale aufzudecken und dabei das wagnis des völlig leeren raums ohne historie einzugehen.

die welt des künstlers liegt, so aus meiner sicht, in der sphäre der visionen, dem aufzeigen potentiell lebenswerter (gesellschafts-)modelle. jede freiheit in der kunst ist für mich gleichzusetzen mit einer potentiell lebbaren freiheit eines jeden.

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ich bin tief davon überzeugt, dass ein verändertes bewusstsein auch veränderte realitäten schaffen kann.

nein, krieg muss möglicherweise doch nicht mit krieg beantwortet werden, nur weil es schon seit jahrtausenden so gemacht wird.

in der kunst geht es weder um agitation noch um aktion. bilder sind sinnlich erfahrbare bewusstseinsmodelle, wie ich denke.

und hier könnte der ansatz der kunst in der politik hilfreich sein:

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sich erlauben, und sei es auch nur für momente, erfreuliche gedanken zu erschaffen, ohne zensur, also ohne das muss einer sofortlösung im sinne eines traditionellen aktionplans, zu denken. tagträumen von einer schönen welt.

jenseits jeden realismus, den gedanken wagen, dass eine welt im frieden möglich sein könnte.

das wäre eine r-evolution.