copyright: eva-des ist diese elendige suche nach sinn, die mich vom wesentlichen abhält.

malerei, für mich, ensteht in spontaneität. unschuld, sie ist keines urteils schuldig. malerei ist SPIEL.

ich denke, jeder sinn, jedes in worte gepackte anliegen, ist als solches schon begrenzt und widerspricht damit der kunst. kunst ist keine aufklärung, kunst ist verdunkelung, der einstieg in die nacht des unwissens, jenseits von schon erfahrenem. sein im moment, immer wieder neu.

das sein braucht keine aufklärung, sein ist als solches klar. nur der geist und die bedeutung bringen den nebel.

und dennoch, ich liebe den nebel. er hat keine prätention, er birgt das unwissen und das ungewissen in sich. ich fühle mich dort geborgen.

wie oft, und manchmal verzweifelt, versuche ich beim malen dem ratio, der sinnsuche, zu entkommen.

kunst ist kein gesellschaftsprogramm. dort, im zusammenleben, muss es zu klaren regeln kommen. hier gilt der kompromiss. nur jener gewährt eine, nenne ich es, “erleichternde harmonie”.

malerei aber ist der weg zu mir. konsequent und ausschliesslich.

und ganz manchmal, da gibt es treffen. wenn ich mit meiner malerei eine andere seele berühre. das ist dann gnade und lässt mich für einen moment meinem alleinsein entschlüpfen, oder auch, gerade dort um so mehr hinkommen.

malerei ist widerspruch, weder ja noch nein, malerei IST.

25 Gedanken zu „

  1. ich denke an den blinden Fotografen, dessen Name mir gerade nicht präsent ist, der ganz grossartige Fotos macht und auch ein Buch darüber schrieb, er fällt mir nicht nur wegen den Kreuzen auf der Sonnenbrille ein, schon auch deswegen, aber insbesondere wegen deinem Text … mit dem Pinsel sehen und verstehen, wäre die Metapher dazu!

    ich freue mich gerade dich wieder zu lesen und ein Bild von dir anschauen zu dürfen, das so voller Kraft und Dynamik in meine Stube leuchtet …

    herzliche Grüsse
    Ulli

    • danke ulli für deinen kommentar
      und für das kompliment (:

      der name des fotografen interessiert mich sehr. bitte, nenn ihn mir, wenn er dir wieder einfällt.

      ein gedicht von lothar kempfer fällt mir zu deiner metapher ein:

      Ins Ohr zu flüstern

      Schließe die Augen, dann wirst du schauen.
      Brich deine Mauern, dann wirst du bauen.
      Lerne harren, dann wirst du gehen.
      Lasse dich fallen, dann wirst du stehen.

      ganz liebe grüsse,
      eva

      • Das Gedicht gefällt mir, liebe Eva.
        Deine Worte über den Nebel lasse ich noch nachwirken.
        Fühle mich heute ja doch angenehm benebelt, da passt das.
        Mein erster Gedanke war, dass Kunst gesellschaftliche Atmosphäre aufnehmen kann, auch ganz unabsichtlich. Mit feinen Spürantennen fängt sie auf und materialisiert, was in der Luft liegt. Und so, in der Wirkung, kann sie unbeabsichtigt und aus dem Spiel hervorgegangen, doch auch eine politische oder zeitliche Dimension haben. Oder?

      • natürlich. kunst IST politisch.
        darum wird sie ja auch in diktaturen als erstes vereinnahmt, verboten oder verklärt.
        und natürlich ist der künstler ein seismograph seiner umwelt, und noch mehr, ein teil derer.
        nach meiner auffassung aber ist und folgt kunst keinem programm oder plan, oder auf unsere gesellschaft bezogen, sie basiert auf keinem volksentscheid.

      • Liebe Eva,
        ja, kein Programm oder Plan, da hast du recht.
        Du schreibst hier auf eine Art über Kunst, die sehr vielfältig und tiefgehend ist. Das regt mich sehr zum Nachdenken an, danke! Deine Zeilen lassen spüren, wie tief du immer wieder eintauchst und dich der Reise ins Ungewisse aussetzt.

  2. Mir fällt dazu, ganz spontan, ein Gedanke der fiktiven Elke ein..

    Ich habe keine Ahnung davon, aber ich suche meinen Trost darin und an den dunkelsten Stellen finde ich ihn. Das ist jedes Mal eine Offenbarung, ich weiß nicht wie ich es ausdrücken soll. Es ging mir schon als Kind so, wenn ich Dinge sah, die ich hinter einem Vorhang vermutete, hatten die nie etwas damit zu tun, was wirklich dort war, nein, es war realer, unerforschter, es war manchmal einfach nur Dunkelheit und ich dachte, genau so fühl ich es gerade.

      • weder noch.
        „wenn ich Dinge sah, die ich hinter einem Vorhang vermutete, hatten die nie etwas damit zu tun, was wirklich dort war, “
        dieses „wirklich“ meinte ich.

      • in wirklichkeit war nichts da, jedenfalls nichts was man mit den augen sehen konnte, ansonsten standen dort oft genug ängst herum, die darauf warteten, ass sie jemand erkannte

      • ja, ich weiss. ich kannte das all zu gut.
        meine frage war rhetorisch.
        warum sollte ein stuhl (oder ein anderes ding) in der nacht, dessen schatten zum monster mutiert wirklicher sein als das, was meine angst aus ihm macht.
        und ist er dann noch der stuhl oder doch ein monster?

      • Er ist in jedem Fall ein Monster, zumal wenn man gerade ein Monster nötig hat. Aber dann wieder ein Stuhl, ein sehr gewöhnlicher, ener auf den man sich nicht zu setzen wagt, aus Angst, er könnte zu gewöhnlich sein.

      • das ist eine lange geschichte, ich habe 1994 angefangen wg geschichten zu machen und die in form von heftchen verkauft oder verschenkt.
        die hauptperso hieß elke, den namen hatte sie von einer buchhändlerin, ihr charakter und am ende auch das äußerliche hatte sie von einer sehr lieben bekannten von mir und die stimme, schließlich von Jo Kern, das ist eine Schauspielerin.
        In „Ich“ Form, schreibe ich sie erst eit gut zehn jahren und das war ein Glück für mich dass ich das tue

      • ich verstehe.
        elke ist ein ulkiger name und das in verbindung mit der „dunkel-schatten“-geschichte erweckte plötzlich meine kindheit in mir.
        meine erste puppe hatte ich elke genannt. ich weiss nicht, wie ich damals auf den namen gekommen war.

      • vielleicht weil er so einen klang hat, auf der einen seit gewöhnlich, auf der anderen seite etwas glänzendm bezauberndes

      • das kann gut sein.
        er ist so an meine allerjüngste kindheit verbunden, ich kann ihn gar nicht richtig hören, also mit eigenschaften belegen. er gibt mir einfach nur ein sehr gutes gefühl.
        getroffen habe ich noch nie eine elke. darum war ich beim lesen deiner zeilen so „erstaunt“/ertappt (;. war schön!

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