copyright: eva-d

kreation hat für mich etwas mit konzentration, also reduktion zu tun.

das völlige insichgehen und auch reduzieren der äusseren informationsflüsse.

es gibt für mich die zeiten der informations- und verstehenssuche. was ist die welt? was ist materie, der mensch, der geist, ist das herz mehr als eine blosse pumpe, die mühsam blut durch die venen schleusst? ich sehe dokumentarfilme, höre vorträge, lese und sammle. ich will wissen, mein intellekt brennt, eine rastlose und inspirierende sinnsuche. das sind zeiten der nervösen freude und aufgeregtheit.

in zeiten der kreation aber schotte ich mich ab. das neuerworbene wissen erfüllt mich dann, und ich habe das gefühl, es muss jetzt ein teil meiner, also ein teil meines körpers und seins werden. ich versuche dann, nicht mehr zu denken, sondern eine andere form von intelligenz agieren zu lassen. das ist eine sehr ruhige zeit. wahrscheinlich würde es der yogi meditation nennen.

wirkliches spüren und fühlen ist für mich einzig in der stille machbar.

ich glaube, kreation ist nur in geistiger stille und wissendem unwissen möglich, da sie per se jenseits des schon gedachten liegt.

wie sonst dem wort und dem gedanken entkommen, wenn nicht in intellektueller leere.

es ist der seiltänzer. das band, auf dem er tanzt, es verbindet ihn mit dem leben. die leere, die ihn umgibt ist in jedem moment präsent. sie bedeutet absturz und tod, sollte er das gleichgewicht verlieren. und gerade in dieser spannung zwischen leben und tod spielt die intensität, die ich kreation nenne. es ist ein raum jenseits von leben und tod, es ist…. ich weiss nicht genau, was es ist, aber es der moment der unendlichkeit, das alles.

5 Gedanken zu „

  1. ein wirklich faszinierender Satz und Erkenntnis: „ich versuche dann, nicht mehr zu denken, sondern eine andere form von Intelligenz agieren zu lassen“.
    Es ist die Erhabenheit der Existenz, von der ich ein Teil bin und die ein Teil von mir ist, die bewundernde Stille, die ich in mir fühle.

  2. lange ist es her, dass ich dich besucht habe, lange her, dass ich diesen wunderbaren text gelesen habe und nun, da schon November ist, frage ich mich, ob du noch immer in der Stille weilst und schaffst, was geschaffen werden will …

    herzliche Grüsse
    Ulli

    • liebe ulli,
      ich freue mich so über deine nette nachfrage ((:
      es stimmt, ich arbeite sehr intensiv an einer zeichnungenserie und in diesen zeiten kommuniziere ich immer so wenig.
      deine zeilen sind aber ein toller imput, danke (!), und ich möchte endlich wieder etwas hier schreiben.
      ich wünsche dir einen wunderbaren abend,
      eva

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s