copyright: eva-d

kreation hat für mich etwas mit konzentration, also reduktion zu tun.

das völlige insichgehen und auch reduzieren der äusseren informationsflüsse.

es gibt für mich die zeiten der informations- und verstehenssuche. was ist die welt? was ist materie, der mensch, der geist, ist das herz mehr als eine blosse pumpe, die mühsam blut durch die venen schleusst? ich sehe dokumentarfilme, höre vorträge, lese und sammle. ich will wissen, mein intellekt brennt, eine rastlose und inspirierende sinnsuche. das sind zeiten der nervösen freude und aufgeregtheit.

in zeiten der kreation aber schotte ich mich ab. das neuerworbene wissen erfüllt mich dann, und ich habe das gefühl, es muss jetzt ein teil meiner, also ein teil meines körpers und seins werden. ich versuche dann, nicht mehr zu denken, sondern eine andere form von intelligenz agieren zu lassen. das ist eine sehr ruhige zeit. wahrscheinlich würde es der yogi meditation nennen.

wirkliches spüren und fühlen ist für mich einzig in der stille machbar.

ich glaube, kreation ist nur in geistiger stille und wissendem unwissen möglich, da sie per se jenseits des schon gedachten liegt.

wie sonst dem wort und dem gedanken entkommen, wenn nicht in intellektueller leere.

es ist der seiltänzer. das band, auf dem er tanzt, es verbindet ihn mit dem leben. die leere, die ihn umgibt ist in jedem moment präsent. sie bedeutet absturz und tod, sollte er das gleichgewicht verlieren. und gerade in dieser spannung zwischen leben und tod spielt die intensität, die ich kreation nenne. es ist ein raum jenseits von leben und tod, es ist…. ich weiss nicht genau, was es ist, aber es der moment der unendlichkeit, das alles.