no_i_am88geben ist silber.

nehmen ist gold.

wenn ich beginne, ein neues bild zu malen, ist dort eine ganz zarte idee in mir. eine flüchtige farbvorstellung, eine vage form, ein kribbeln in meiner rechten hand, das sich zu einem zittern steigert.

das ist mein gepäck, das ich mitbringe. meine gabe.

einmal über dem papier beginnt das nehmen. ich nehme die impulse auf, die mein körper in seiner geste ausdrückt, die farbe, die sich über dem blatt verteilt. formen entstehen, auf die ich reagiere.

nicht ich gebe dem leben, das leben gibt mir. ich nehme.

so ist die malerei.

im geben steckt auch immer ein moment der kontrolle. ICH bestimme, was ich gebe, MEIN bewusstsein bestimmt.

im nehmen liegt die völlige akzeptanz, ein wirkliches willkommenheissen.

die menschen brachten den göttern opfer, um sie wohlzustimmen.

es lag nun in der götter hand, ob sie die opfergaben annahmen und damit auch die wünsche und bitten, die durch sie erfüllung suchten oder ob sie sie verschmähten und die tür verschlossen blieb.

8 Gedanken zu „

  1. Das Schicksal liegt in der Hand eines Jeden, ich nehme, was ich bestimme und bin nicht Opfer des Schicksals, ich gestalte und bin von den Ergebnissen fasziniert. Insofern gehen Malerei und Schicksal Hand in Hand. Das leere Blatt beinhaltet alles, Du nimmst aus der unendlichen Fülle, die das leere Blatt enthält und Dir gibt.
    Ein hervorragender Text.

  2. ich denke gerade ganz profan: alles Gute kommt von oben 😉 – du hast den Schaffensprozess wunderbar beschrieben, denn es ist ein Zusammenspiel von Hand, Geist und Geist … für mich wenigstens-
    herzliche Grüsse Ulli

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