meiner kunstgeschichten achter teil

im ethnologischen museum, berlin-dahlem.

ich phantasiere:

er sitzt.

die schatten der vergangenheit hinter ihm. verschwommen.

auf seinem gesicht ein lächeln.

geduld.

die augen sind offen und doch in sich gekehrt.

die zeit, die vergeht, der weg, der sich bahnt, beides kann er nur im innern sehen.

die hände halten seinen kopf, ihrerseits aufgestützt auf seinen knien. es ist eine zärtliche geste. sie gibt seinem geist halt und eine zuckersüsse sinnlichkeit.

die zehen sind aufgestellt. seine sitzhaltung ist energievoll entspannt.

was sieht er?

was hat er vor?

geduld drückt schon ein morgen aus.

diese kleine figur, lechem, nimmt aktiv am geschehen “zeit” teil. und dadurch, dass er die zeit plastisch durchlebt und sich ihr hingibt, hebt er ihre begrifflichkeit auch wieder auf und entzerrt sie jeglicher historie.

lechem wurde als symbol für das “fest des guten weges” geschaffen und sollte den stadtwaisen in ihrer morgentlichen meditation hoffnung und ruhe bereiten.

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