ich weiss auch nicht genau, warum ich male.

es ist so wie eine goldgräberin. ein goldgräber.

ich kratze und reisse und hoffe: da kommt noch etwas. was?

die erleuchtung? des rätsels lösung?

charc3komisario schuftet weiterhin. jeden tag.

er kämpft mit den tigern im käfig. sie lächeln. ja, er ist stark. er blickt ihnen klaren auges in die ihrigen. aber niemals, niemals, oh, drehe er sich um und kehre ihnen wohlwollend den rücken zu. niemals, niemals, komisario, lasse deine schultern hängen und werde weich, nur weil sie dir so liebwollende und schmeichelnde blicke entgegenbringen.

jedes empathische zucken in seinen gliedern wird als einladung zum angriff gesehen. nur kampf macht freude. kampf um des siegens wegen. siegen. wofür, das ist irrelevant.

komisario erschlafft niemals, müdigkeit kennt er nicht, er IST besessen. doch, und das ist des archilles ferse, komisario fühlt. komisario ist sentimental und menschenfreund dort, in dieser neuen welt, wo nur die blanken zähne zählen.

seine augen tiefrot vor anmut und hoffnung. unterdückter anteilnahme.

komisario, wie lange wirst du diesen kampf führen können, dessen stählerndes skelett du doch gar nicht trägst.

ich male und ich erträume mich in eine rosige welt, beschwöre die geister und male meine zaubersprüche jeden tag. nur so wirkt zauber. hoffnung. zuversicht.

ich überzeuge mich jeden tag neu und lasse die farben fliessen und die striche ihre geschichten erzählen.

rot…. ich will. ich muss. ich kann und ich darf.

niemand ist meiner malerei polizist.

nur hier bin ich wirklich frei.

—– lassen.

11 Gedanken zu „

  1. Eine Art seherischen und bannenden Zauber zu malen, das ist perfekt dargestellt, denke ich. Vielleicht ist das nicht bei jedem so, aber wer aus sich heraus kreativ ist und nicht für andere, bei dem ist das wohl so; darum sind „Polizisten“ nicht autorisierte und zu vernachlässigende Randfiguren.

  2. Liebe Eva!
    Da stellst Du eine Frage im Stile der Selbstbefragung, was ich ja auch so gerne tue, und gibst sogleich Deine Antwort auf das Warum des kreativen Tuns : Erleuchtung und Rätsel lösen. Na, wenn das nichts ist. Und Spaß macht es wahrscheinlich auch noch, oder?
    LG Juergen

    • die frage stellt sich mir weiterhin.
      ich male, weil es mir wichtig ist.
      aber warum es mir wichtig ist, weiss ich nicht.
      erleuchtet würde ich gerne wollen. das wäre dann aber ein glitzerndes nebenprodukt.
      ich male um des malens willen und sonst nichts (:
      spass, ja.
      aber es gibt auch viele andere dinge, die im leben spass machen, mir aber trotzdem nicht so wichtig sind.
      liebe grüsse jürgen,
      eva

  3. liebe Eva, du malst, weil du malst und du schreibst, weil du schreibst, der Tiger jagt, weil er jagt und der Mond nimmt ab und zu, weil er es eben tut, sonst ist nichts …

    danke und herzliche Grüße
    Ulli

  4. Es ist der ewige Drang nach Schöpfung, nach Erfüllung, der Dich treibt. Mit jedem Bild gibt es mehr von Dir, eine weitere Facette Deiner selbst wird geboren. Kreativität muss sich Bahn brechen, Fragen stellen, drängen und nach dem erfüllenden Weg suchen.

    • ja, da stimme ich zu.
      „dieser drang zur schöpfung“ ist wohl DAS lebensprinzip per se und damit würde sich die frage nach dem „warum“ von selbst beantworten.
      danke thorsten!
      und dir einen wunderschönen tag,
      eva

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