copyright: eva-dich fühle mich nicht wirklich in dieser welt.

das ist keine tragik und auch nicht schade oder sonst wie irgendwie traurig.

im gegenteil, das ist freiheit.

des künstlers seele lebt wahrscheinlich im traum. jeden tag wieder neu, schaffen wir unsere welt und nähern uns unseren träumen.

und idealen.

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ein ideal bedeutet als solches schon gefängnis.

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es ist nicht mehr offen, für das, was wirklich passiert.

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im traum, jedoch, bewerten wir nicht. ich habe dort kein morgen, ich gehe mit dem strom und lasse mich fallen. manchmal endet es als ein alptraum, ein anderes mal als ein scheinbar symbolisches vorzeichen zu einer anderen, und warum nicht so ehrlich sein und sagen, höheren existenz.

auf erden sind wir verhaftet dem materiellen. so ist es gesagt. nur was ich berühren kann, ist wahr.

in der malerei spielen andere regeln.

ich lebe, wenn ich träume und mit dem strich weitergehe.

das bedeutet wahre freiheit für mich.

der richtung des strichs folgen und neue, mir unbekannte welten schaffen, die doch wiederum ganz mit mir verhaftet sind, da sie meiner hand entspringen.

die hand, das ist mein körper mit perfekter verbindung zu meiner inneren welt… vorstellung, würde schopenhauer sagen.

ich weiss auch nicht genau, warum ich male.

es ist so wie eine goldgräberin. ein goldgräber.

ich kratze und reisse und hoffe: da kommt noch etwas. was?

die erleuchtung? des rätsels lösung?

charc3komisario schuftet weiterhin. jeden tag.

er kämpft mit den tigern im käfig. sie lächeln. ja, er ist stark. er blickt ihnen klaren auges in die ihrigen. aber niemals, niemals, oh, drehe er sich um und kehre ihnen wohlwollend den rücken zu. niemals, niemals, komisario, lasse deine schultern hängen und werde weich, nur weil sie dir so liebwollende und schmeichelnde blicke entgegenbringen.

jedes empathische zucken in seinen gliedern wird als einladung zum angriff gesehen. nur kampf macht freude. kampf um des siegens wegen. siegen. wofür, das ist irrelevant.

komisario erschlafft niemals, müdigkeit kennt er nicht, er IST besessen. doch, und das ist des archilles ferse, komisario fühlt. komisario ist sentimental und menschenfreund dort, in dieser neuen welt, wo nur die blanken zähne zählen.

seine augen tiefrot vor anmut und hoffnung. unterdückter anteilnahme.

komisario, wie lange wirst du diesen kampf führen können, dessen stählerndes skelett du doch gar nicht trägst.

ich male und ich erträume mich in eine rosige welt, beschwöre die geister und male meine zaubersprüche jeden tag. nur so wirkt zauber. hoffnung. zuversicht.

ich überzeuge mich jeden tag neu und lasse die farben fliessen und die striche ihre geschichten erzählen.

rot…. ich will. ich muss. ich kann und ich darf.

niemand ist meiner malerei polizist.

nur hier bin ich wirklich frei.

—– lassen.

der vater eines nahen freundes liegt im sterben.

das macht mich sehr betroffen.

ich kenne den vater nicht.

tod.

tod1komisario. magier der worte. lebender in den visionen. immer auf morgen gerichtet. „heute“, „heute, das ist ein entscheidender tag. DER tag.“

täglich, immer wieder mit der neuen begeisterung und enthusiasmus: DER tag.

entscheiden, ent-scheiden, das bedeutet, das messer aus der scheide zu ziehen, und zu töten. allen anderen möglichkeiten zugunsten, oder ungunsten, dieser einen wahl zu töten.

wird uns erst im moment des scheidens, des sterbens, das wirkliche leben gewahr?

selbst, wenn es sich um einen recht fernen tod handelt. den tod einer person, der wir „nur“ über bezugspersonen verbunden sind?

und was bedeutet das für die kunst?

ist malerei nicht das sinnbild für den tod?

im moment des striches, der so quirlig und geladen über das blatte schwirrt, ist er auch schon… tot.

der strich, wenn wir ihn sehen, die spur, die er hinterlassen hat, hat er auch schon sein potential aller möglichkeiten verlassen und auf, für diesen EINEN moment entschieden.

will der maler leben schaffen, weil er jeden tod in graphit meisselt?

er hält das leben auf, archiviert es, macht das vergangene sichtbar und erfühlbar.

malerei: das kondensat aller möglichen zeitformen.

das jetzt, weil ich es im moment produziere, das vergangene, da mit dem sichtbarmachen schon die vergangenheit ver“steinert“ wird, das morgen, da sich jedes bild wieder tausendfach interpretieren lässt und in jedem moment neu empfunden werden kann.

zeit…. das ultimative mysterium*

copyright: eva-dich habe mich entschieden.

neben meinem namen habe ich den „lyti“-stempel gesetzt.

es ist ein kunstprodukt. es ist imagination pur. ich erfinde, erfand mir meine familie. es ist das gefühl dazu-zu-gehören. die malerei ist zu meiner familie geworden. sie IST meine familie.

bin ich nun unschlagbar?

bade ich im drachenblut?

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nein…. den schmerz, natürlich kenne ich den. welcher maler, malerin kennt den nicht. heute auf meinem weg: „no pain, no brain“

sich immer wieder neu dem schmerz aussetzen. das herz offenhalten. reinfallen in den matsch der ungewissheit und auch allzu oft, der kälte.

alles spiegel unserer selbst?

klang, schang, ist mir total egal. „stop all the seasons, sun and the rain, until you stop believing“… niemals…

copyright: eva-dich stosse meinen körper an die grenzen. erschöpfung. schöpfung.

diese ungewisse hoffnung, es könne dort noch etwas kommen.

endlich raus aus mir. raus aus meinem geist.

die geste walten lassen.

farbe?

beinahe egal welche.

einfach nur agieren… wie im trance.

wie. wie…. kann ich mir selbst entkommen?

meine stifte, meine farben, stets, immer, unentweglich in kaffee getränkt.

kaffee gibt diese sanfte sinnlichkeit. kaffee verbindet mich mit dem leben.

kaffee.

ICH. ich bin eine teetrinkerin.

warum muss ich mich für mein leben rechtfertigen, wenn ich doch glücklich bin?

malen.

kann malen einen lebenssinn geben?

natürlich. doch wie das erklären.

warum das erklären?

erklären, weil es so gefordert wird?

„wir werden als original geboren, und sterben als kopie.“

die weisheit eines englischen poeten des 17. jahrhunderts einatmend.

der reine akt des malens und der freude, die ich daraus ziehe, gilt schon als provokation?

ist malen ein gesellschaftlich politischer akt?

der akt des verweigerns.

verweigern, insofern es nicht sofort gültig als kommerzielles produkt gesehen wird?

für mich ist malen menschwerdung.

ich male, weil ich male.

kein nutzen. kein markt.

wie ein kind, das spielt. einfach so.

warum ist das so störend? verstörend?

schon wieder eine freundin verloren, nur einfach weil ich male und daraus meinen nutzen ziehe.

muss denn alles sofort dem gesellschaftlichen diskurs dienen?

muss ich mich dafür rechtfertigen?

ich bin des rechtfertigens müde.

manchmal ist es auch gerechtfertigt, die rechtfertigung zu untersagen.

die zeit wird es zeigen.

daran glaube ich.

sie wird es zeigen….. sofern ich meinem weg treu bleibe.

ich kann nicht alles erklären.

manches WEISS ich einfach.

0995sharjah.

komisario. goldgräber. hier nun auf seinem weg in die wüste, nicht weit von dubai.

eingeladen und aber, ganz am anfang und von den sternen noch so weit entfernt.

eine matratze im büro. eigener eisschrank. er füllt ihn eifrig. jeden tag. zu nächtlichem mahl, ein halbes gebratenes hähnchen vom ganzen, dass er sparsam erworben. er selbst ein couche-tard, eine nachteule.

jeden morgen, die andere hälfte der geflügelten speise: entschwunden.

sein gastgeber, früh auf zu morgendlichem gebet um fünf, mit seinen 160 kilo beinahe doppelt so gewichtig wie komisario selbst, er MUSS es gegessen haben.

reinlichkeit? ein eisschrank habe leer zu sein?

gier? lust? trieb?

ein hähnchen, das muss weg?

egal.

die nacht: ein gallbeijah wird ihm gegeben. der nackte oberkörper, wenn auch nur im schlaf, zu erstaunlich, so scheint es, für diese sitten? komisario verweigert. kann er.

morgens um 5.

ligeti.

„lux aeterna“.

die imane stimmen zur predigt an. es wird gesungen. aus allen richtungen.

mikrotonal. cluster. des plages de son, sound-strände, so wird er berichten. jeder singt. ein jeder dasselbe, und ja, ein jeder in seiner ihm eigenen tonailtät.

unheimlich. gewaltig. einnehmend.

komisario, der musiker. komisario, der weltenreisende. komisario, trotz aller widerstände, der sohn seiner eltern und genährte derer erziehung. komisario, zu dieser zeit kaum einen pfennig waltend und auf der reise nach dem gück. ausgeliefert, nein, an den grenzen beissend. angst. aufregung. wille. oder: die einfache lust, nicht sich treiben zu lassen, niemals, die lust, wie eine rakete auf zum mars zu schiessen.

nur der kopf siegt. komisario. dieser wille aus stahl. dieser unbestechliche glaube.

der glaube an, oder besser, in die kunst.