0394die müdigkeit ist ein ganz fruchtbarer moment zu kreativen ausflügen.

es gibt zwei arten von produktiver müdigkeit. die eine ist auf angst begründet. sie schleicht sich in meine poren und macht sich im ganzen körper breit. sie will mich listig von dem schaffen ablenken.

die andere ist eine reelle müdigkeit, die sich gerade in den anfängen befindet. sie, nun, entzerrt. sanft. geduldig. der alltag, das aufgewühlte kreisen der gedanken, alles verlangsamt sich, schwindet. das boot verlässt den hafen. segel ziehen. ich reise.

und genau das oszillieren dieser beiden formen von müdigkeit ist formidabel.

start.

den widerwillen mit dem willen, nein, dem wissen verflüchtigen.

anstatt sich träumen im bette, den träumen auf der leinwand hingeben.

es ist diese weiche zärtlichkeit, mit der wir uns an die seite des geliebten legen. wenn der körper langsam den seinen entdeckt und das spiel beginnt. jetzt wieder erwacht. jetzt, im reich der sinne.

auferstanden.

malen ist nichts anderes.

es geht um nichts, wenn nur um das erleben in gerade diesem moment.

streichen, kratzen, erfühlen und gewähren lassen. der geruch der farbe, das geräusch des stiftes, die feuchtigkeit, wenn ich mit den händen direkt in das bild gehe.

die müdigkeit überwinden und trotzdem an ihr halten. die müdigkeit zum freund gemacht. raus aus den gedanken. im schlaf denken wir nicht, wir leben.

ich bin eine nachtmalerin. ich liebe diese momente. nun nicht mehr ich, sondern es.

ich urteile nicht… im traum.

der nächste morgen. erwachen. der erste gang: ins atelier.

wer.

ich.

ich weiss es.

ich bin so viele.

jede nacht neu.

9 Gedanken zu „

  1. Die Sinnlichkeit, mit der du es beschreibst, lässt mitfühlen, was ich exakt in der Form nicht kenne, außer nachts müde, zwar, aufzufahren und so lange beunruhigt zu bleiben, bis ich es endlich getan habe, geradezu schlafwandlerisch-süchtig, das kenne ich auch. Dein Bild dazu ist herrlich.

  2. ein wunderbares Bild: die schlafende Kaiserin, die Kaiserin der Träume, der wischenden Finger, die ihre Ängste verwandeln, dazu die schwarze Wächterin … und die traumwandlerischen Worte, die zielsicher den Punkt treffen. Grandios!

    zauberhafte Nachtgrüße sendet dir Ulli

    • am heutigen Morgen sehe ich noch einmal dein Bild auf meiner Leiste, will gar nicht, dass es verschwindet, wenn ich vielleicht gleich wieder ein Like setze, ich möchte es bewahren, deswegen schaue ich es jetzt so lange an, bis es in mir wohnt …
      ja, es bekommt einen Ehrenplatz in meiner inneren Bildergalerie!

      • seitdem ich das Bild sah, formt sich in mir eine Geschichte, noch ist sie roh, aber falls sie sich vollkommen entblättert, dann schreibe ich sie dir als Erste … versprochen!

        herzlichst
        Ulli

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