24

kann kunst einen lebenstraum ersetzen. ist es ein lebenstraum?

woher kommt dieser drang aus toter materie leben zu erschaffen? warum stunde um stunde und tag für tag mit farben, karton, leinwand verbringen nur in der hoffnung, es könne leben geschaffen werden?

siehst du die zwei wasserhähne, der eine rot markiert, stolz, glänzend, er sieht so eitel aus in seiner warmen überlegenheit. und der andere mit dem blauen punkt auf seinem haupt. er hat schon viel gedient. verkalkt, gebeutelt von der arbeit, so tropft er, weil er nicht mehr richtig schliessen kann, der verschluss leckt, und trotzdem, immer seite an seite mit dem roten versucht er doch stetig, diesen zu erreichen, ihn mit seiner standhaftigkeit und treue zu verführen.

es kommt auf den blick an. einzig unser blick gibt allem leben. poesie.

vielleicht hat manch ein alter ausgessener sessel mehr poesie als ein gelackter yuppieschädel.

2 Gedanken zu „24

  1. Kreativität ist nichts anderes als „sein wollen“. Ohne Kreativität bin ich nicht. Weil ich „sein will“, werden Leben und Bilder geboren, die nicht nur Ausdruck meiner Kreativität sind, sondern selber Kreativität in sich tragen. Ich schaffe dadurch Leben. Sein wollen, ist ein kosmisches Urprinzip, welches uns treibt. Durch Bilder vervielfältigt man sich, es sind Geburten mit einer eigenen selbständigen Entwicklung. Deswegen haben Bilder auch Bewußtsein. Daher kommt der Drang, sich zu erschaffen.

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