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eva-d: fancy mirrors

eva-d: fancy mirrors

warum gibt es farben in der welt? warum ist der himmel blau, mal rot, ein ander mal gelb untermalt? warum das grass grün oder braun? oder muttererde, so sagte man mir als ich kind war, muttererde, das ist die erde, die tiefschwarz ist. farben sind die creme auf der torte.

ich liebe die reine farbe. ich mische seltenst. ich liebe die kontraste. ein reines rot, das ist gewaltig. es nimmt eine position ein, eine klare haltung.

kandinsky schreibt den einzelnen farben einen psychologischen charakter zu. gelb sei exentrisch, währenddessen das blau zurücktretend, so schreibt er.

den strich weiss ich zu orten, er verbindet mich mit der erde, der menschlichen gestik. die farbe entgeht diesem. sie verkörpert die reine emotion für mich, die totale magie, die sich jeglicher interpretation entzieht.

einen strich könnte ich einem blinden beschreiben. ich würde seine hand nehmen und mit ihm den strich nachfahren. er könnte den weg und den ausdruck in seinem eigenen körper spüren. doch farbe. wie könnte ich farbe jenem erklärbar machen, der sie noch nie gesehen hat.

vielleicht ist die farbe gerade dadurch dem glauben gleich, dem glauben und dem erfahren von dimensionen, die weit weg vom begreifbaren existieren. und das, gerade weil ich sie nicht greifen kann.

4 Gedanken zu „15

  1. Irgendwo las ich mal vor Jahren darüber, dass eine geburtsblinde Person – weiss nicht mehr ob Mann oder Frau, davon berichtete, dass sie sehr wohl eine Begrifflichkeit von Farben hätte, in Abhängigkeit davon wie einfallsreich die sehende Person diese mit anderen Worten beschreiben könne. Die verbale Herausforderung läge demnach bei uns, von Wärme- und Kälte zu sprechen und taktile, akkustische und andere körperliche Empfindungen in uns zu erspüren, die von Farben hervorgerufen werden könnten. Nachdem es Personen gibt,. die ein solches Talent ohnehin haben, die auch beim hören vorn Worten oder Musik Farbeindrücke haben, müssten zumindest einige Menschen sehr wohl einenAnnäherungs-Konsens finden können.
    Im Grunde wäre das nur ein erkennbareres Beispiel dafür, dass wir alle ohnehin nur meinen, in exakt derselben Welt zu leben, obwohl wir bereits durch das Wie unseres Erlebens immer wieder an die Grenzen des Verallgemeinerbaren stossen..

    • ja, das ist interessant und gerade bei deinem letzten satz denke ich genauso.
      musik kann man körperlich spüren, auch wenn die ohren geschlossen sind. aber farben mit geschlossenen augen?
      natürlich haben wir auch körperliche empfindungen, wenn wir farben sehen, doch kann man wirklich die sensation „rot“ oder „blau“ in worte fassen und erklären? und dann noch die nuancen?
      allein rot gibt es ja schon in allen wärme-und kälteabstufugen
      ich habe mal bei einem theaterworkshop „farben“ gespielt. wir trugen neutralmasken und nur der körper sollte der farbe ausdruck geben. das war sehr spannend.

  2. das teilen wir: die Vorliebe für die reine Farbe, wenn ich ab und an mal male, dann mische ich auch fast nie, bei Fotos ist das natürlich anders …
    interessant aber finde ich deine Gedanken zu den blinden Menschen- als ich klein war und noch Sonntags in die Kirche gehen musste, setzte ich mich gerne hinter einen Vater und seine Tochter, der Vater war blind und die Kleine erklärte ihm, was sie sah, auch die Farben der Blumen, der Altardecke etc., schon damals fragte ich mich was er dann in seinem Inneren sah-

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