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malerei, zeichnen, skulptur.

kunst machen, das heisst eigentlich ständig vor dem sprung stehen und dann zu springen. es ist ein permanentes pendeln zwischen beidem.

es ist ein sprung ins ungewisse, anfangs. einmal gesprungen ist es ein treiben lassen und ein mitgehen mit den formen und welten, die sich auftun.

ohne worte

ohne worte

es wird immer gesagt, der maler habe angst vor der weißen leinwand. ich bezeichne es nicht als angst. es ist ein anpeilen, ein ausloten der möglichkeiten. wie beginne ich? visionen entstehen vor dem inneren auge. alles ist noch möglich. wie soll ich mich entscheiden?

der erste strich ist eine befreiung. der sprung geschafft und die reise beginnt.

seltenst ist der erste strich geschmeidig. in den meisten fällen wirft er schwierigkeiten auf. und gerade diese schwierigkeiten und dann der trieb sie zu meistern, schaffen eine ganz neue und vorher nicht gekannte welt.

kunst kann nicht vorhersehbar sein. der kreative akt ist dem traume gleich. dinge werden bewältigt unter höchster konzentration und ein gespür jenseits des rein rationalen denkens wird aktiv.

es ist die verliebtheit in die farbe, die liebe zum strich, das erfüllende erleben, etwas entstehen zu sehen, das den antrieb gibt.

mit der kunst wachsen wir immer wieder über unsere eigene vorstellung hinaus. und vielleicht ist gerade dieses wachsen der ausdruck des lebens per se.

wäre das morgen einsehbar, würden wir das dann „leben“ nennen können?

2 Gedanken zu „11

  1. Faszinierende Beschreibung des Werdens und der Gestaltung von Kunst und Leben. Keine Angst vor dem Neuen, Spannung, Neugierde und sich von seiner Inneren Stimme sicher leiten lassen, bis sich etwas entwickelt und die Reise beginnt. Der eigenen inneren Idee folgen, sie spüren, trotz des unbekannten Ergebnisses und des offenen Weges Gewissheit fühlen, dass ein tolles Ergebnis herauskommt. Die Ratio ist beschränkend. Nur wer erkennt das schon, das große Ideen, wozu auch ein Bild gehört, dem inneren Gefühl entspring, welchem jemand mutig folgt. Aber auch kleine Ideen entspringen dem Inneren.

    Natürlich wäre es kein Leben, wenn das Morgen einsehbar wäre, es gäbe keine Polaritäten, zwischen denen man sich frei entscheiden kann, wäre das Morgen einsehbar, könnte ich nichts gestalten, keine Kraft entfalten. Aber so ist es ja zum Glück nicht.

    So seine Kunst zu beschreiben, zeigt eine starke Künstlerin mit einem starken Selbstwußtsein im besten Sinn. Sie beschreibt wie gesagt nicht nur ihren Weg zu einem Kunstwerk, sondern gibt Hinweise dafür, wie jeder sein Leben im großen und kleinen, sei er auch kein Künstler, gestalten sollte. Jedes ihrer Bilder in diesem Blog ist materialisertes Bewußtsein, materialisierter Gedanke. Bei den vielen Bildern zeigt sich auf, wie vielfältig ihre Persönlichkeit ist, nahezu endlos.

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