meiner kunstgeschichten zweiter teil

im ethnologischen museum, berlin.

ich phantasiere:

copyright: http://www.smb.museum/smb/sammlungen/details.php?objID=56

ethnologisches museum, berlin dahlem

als form fuer den zweiten krug hat der weise mann dieselbe form wie beim ersten gewählt. wieder symbolisiert der krug sublimierung als lebensweg.

seine farbe diesmal: schwarz. einheitlich.

schwarz ist die summe aller farben, aller möglichkeiten. währenddessen weiss der anfang ist, ist schwarz die essenz, das konzentrat des alls, die summe aller geschichten und striche verdichtet zu einem einheitlichen schwarz.

bei diesem krug ging es dem weisen um die harmonie (im menschen, im sozialen leben) jenseits von der individuellen lebensgeschichte.

links ist der krug glatt.

es ist das gezuegelte geschmeidige sein. kantenlos und im sozialen zusammenspiel einsetzbar und foerderlich.

rechts sind der freie trieb, der raue impuls, die zacken der individualität zu erfahren.

nur das ausgewogene zusammenspiel dieser beiden seiten ( beide sind exakt gleich gross) , bildet verzackt ineinander und einanderueberlagend den halt  des kruges, d.h. des lebens und seiner erhöhung, wie es auch im ersten krug das thema war.

weder die eine seite allein noch die andere allein wuerde einen krug bilden. die seiten ergaenzen und foerdern sich.

die grosse liebe des weisen war wieder sehr begeistert von diesem geschenk und fand den krug in seiner aesthetik erregend und wunderschoen.

die glaette des kruges umschmeichelte ihre finger, die zacken entfachten ihre phantasie. sie bewahrte in dem krug einen ganz seltenen lotusblumenschnaps auf, mit dem sie zu intimen stunden ihre lippen benetzte.

der weise wusste um dieses der geliebten geheimnis und war von seiner wirkung entzückt.

4 Gedanken zu „

  1. Dieser Krug soll im Gegensatz zu dem vorigen Krug, der in der Form schlicht ist, aber in der Bemalung etwas erzählt, aus seiner Form heraus wirken. Der Krug ist einheitlich auf beiden Seiten zunächst schlicht in Form und Farbe. Der rechte gezackte Teil ist gesondert aufgesetzt, so dass deutlich bleibt, dass der Krug auch unter dem aufgesetzten Teil schlicht bleibt. Die Schlichtheit wird auch durch die verstärkte Kugelform geprägt, anders beim vorigen leicht bauchigen Krug. Gleichzeitig will der Künstler Gegensätze darstellen durch den stacheligen Aufsatz, aber auch durch die leuchtende Flamme der Öllampe im Gegensatz zu dem schwarzen lichtschluckenden Gefäß. Durch den stacheligen Aufsatz vermittelt das Gefäß Dynamik und Lebendigkeit, die nicht so intensiv vermittelt würde, wenn der ganze Krug einheitlich wäre, d. h. einheitlich ohne Aufsatz oder einheitlich stachelig.

    Der Aufsatz ist zudem nicht rund, sondern zum einen stachelig, zum anderen eckig, was noch verstärkt wird, dass ein quadratischer Teil auf dem Kugelteil und ein weiterer an dem Gefäßhals ausgespart wird und dadurch zusätzliche Ecken gewonnen werden. Rundes Gefäß gegenüber eckigem Aufsatz bedeutet auch gesteigerte Aufmerksamt und Dynamik. Wenn die Flamme dieser meines Erachtens nach Öllampe brennt, ergibt sich ein unterschiedliches Schattenspiel auf jeder Seite des Kruges.

    Der Krug erzählt keine Geschichte, sondern regt zu Geschichten an, sozusagen als Impulsgeber.

    Übrigens sind durch den Aufsatz beide Seiten nicht gleich groß, sondern der Aufsatzteil ist größer, wodurch eine weitere Dynamik erzielt wird.

    Anders, als heutige Gebrauchsgegenstände, Möbel, Lampen, die unter Designgesichtspunkten schön oder nicht schön sind, scheint damals ein normaler Gebrauchsgegenstand, mehr ist die Lampe nicht, sittliche Werte vermittelt zu haben, emotionale Appelle.

  2. ich finde es spannend, dass du meinst, dass den alltäglichen dingen vielleicht früher eine größere rolle als heute zukam, also über den blossen gebrauchs- oder dekorationswert hinaus.
    du nennst es die vermittlung von „sittlichen werten, emotionalen appellen“.
    oder: den dingen wurde möglicherweise diese „magie“ eingegeben, von der ich auf dieser seite zu sprechen versuche.
    ich empfinde das genauso.

  3. Ich denke, dass Kunst, die früher in privilegierten Schichten, Adel, Kirche, Bürgertum, zuhause war, dem regelmäßigen Gebrauch diente, Dieses gilt z. B. für Malereien auf Porzelan – sprich Geschirr -, Holzschnitzereien – sprich Möbel, kunstvoller Schmuck. Die Malereien in den römischen Kapellen dienten sozusagen der Verblendung der Wände, heute sind neue Kirchen innen nur noch weiss gestrichen. Kunst heute wird in Museen und Galerien ausgestellt und ist nicht mehr in den Wohnräumen zuhause

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