nach(t)gedankenkunst: hingabe, ein auftrag, eine mission?

nach(t)gedankenwas treibt den menschen in der heutigen zeit an, kunst zu machen.

nach(t)gedankenwarum kann ein strich heute so viel macht über den künstler haben, daß er ihm sein leben hingibt und sich selbst in abgründe zu stürzen bereit ist? warum verfolgt uns der strich, die farbe. wie schaffen sie es, uns unbefragt risiken auszusetzen, beinahe furchtlos, als wären wir betäubt?

nach(t)gedankengibt es ein schlüsselerlebnis im leben des künstlers, das ihn zum künstler macht oder wird er schon so geboren? und wenn es ein schlüsselerlebnis gibt, welcher natur ist das?

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es ist ein experiment:

ich will mit worten dem sinn, oder vielmehr und einzig, der seele der kunst näher kommen.

ich schreibe, ich will schreiben: mit der gewalt der farbe, mit den schatten der gegenwart. die schwärzen und kontraste, die gleiche zärtlichkeit, die ich beim strich der kohle über das papier empfinde.

copyright: eva-d

kiss

in meinen bildern ist das weiß der hintergrund. weiß bedeutet die möglichkeit aller denkbaren ansätze. was heißt es, was entsteht, wenn ich darauf eine zeichnung setze?

ich glaube, schreiben ist in seinem vorgang schon wie malen. es beginnt schleppend. formen wollen gefunden werden. das zensierende denken muß im zaum gehalten werden. wollen?

aber was wollen? warum wollen?

der wille bleibt vor der tür.

wo der wille ist, da ist keine kreation.

hat der künstler eine verantwortung?

lebt er nur auf seiner eigenen wolke oder hat er einen auftrag. und wenn er einen auftrag hat, von wem wird der gegeben?

da ward er geboren, zu hause im kreise der familie. gerade dem leib der mutter entschlüpft, strahlt er schon offenen auges und kritischen geistes in die neue welt.

die hebamme: „celui la, il va rouler les autres.“

the piano has been drinking(nach tom waits' song)

the piano has been drinking
(nach tom waits‘ song)

„every society honors its live conformists and its dead troublemakers.“ (mignon mclaughlin)

er schwitzt, er packt, er stöhnt. zu lebzeiten greift er schon nach den sternen.

ist das himmelsreich nicht nur den toten vorbehalten?

ist die kunst wie das leben?

das blatt ist vollkommen weiß. es ist vollkommen.

nun gebe ich ihm meine, eine, seine eigene geschichte. schon die materialien sind entscheidend. welches papier, glatt? geriffelt, dünn, wertvoll, dick? welche größe. passt es in eine DIN-form. und womit schreibe ich die geschichte, bleistift, 3b, hb, 2 h, buntstift, kreide, acrylfarbe, aquarell?

was bedeutet das für das leben? sind das die umstände? oder sind das die werkzeuge, die uns mit auf den weg gegeben wurden. haben wir eine mission zu erfüllen? verfolgt ein bild einem eindeutigen ziel?

geht es darum, das eigene leben in schönheit und harmonie zu gestalten wie das porträt, das auf dem blatt ensteht.

und wo bleiben die schlieren, die ängste und zweifel, die unzulänglichkeiten, schwachstellen, die ein bild so „menschlich“ machen.

also, er griff nach den sternen.

situation:

sein vater, schwedischer missionar baptistischer überzeugung auf werbetour in den tiefen frankreichs. albi, sitz eines katholischen erzbishofs, tiefschwarz. vaters zielpublikum, hauptsächlich portugiesen, witschaftsbedingte emigranten, um die sprache und den respekt gebracht.

mutter, norwegische frau an der seite ihres mannes. mehr zu ihr an anderer stelle.

der vater spricht von der kanzlei: ihr, meine gemeinde, gebet euer herz dem herrn.

er, hier der junge, gerade 3 geworden, fragt die mutter, wie das zu verstehen sei.

mutter: dein herz gehört jesus. es ist dein geschenk an den herrn.

er, eine lösung in frieden suchend: mein herz kann er haben, der kopf jedoch gehört mir.